:: Marco Pantani 13.01.1970 - 14.02.2004
... ich führe an jedem Berg eine Art Guerilla-Krieg. Das ist ungeheuer strapaziös, laugt den ganzen Menschen aus.

Marco Pantani
:: Der Bergkönig hat uns verlassen
Heute bin ich nicht so lustig, denn Marco Pantani ist tot. Der Marco Pantani, der mit seiner angriffslustigen Fahrweise, seinen Kletterkünsten, seinem Kämpferherz und seinem Mut unsere Begeisterung für den Radsport geweckt hat. Mein Mensch hat mir erzählt, wie er 1999 gerade sein erstes Rennrad gekauft hatte, noch beeindruckt von der Tour im Jahr zuvor, und Pantani im Giro zu sah. Am Tag vor der 21. Etappe freute er sich schon auf eine erneute Demonstration seiner Berg-Power am legendären Mortirolo. Und als er den Fernseher einschaltete, da hörte er den ersten Kommentar von Klaus Angermann, der emotional wie immer den Nerv der Radsportfans traf und sichtlich schockiert die Geschehnisse um Pantanis Disqualifikation schilderte.
:: Ein langsamer Abschied
Heute wissen wir, dass dies der Auftakt zu einem langsamen Abschied war, der nun ein unwiderrufliches Ende gefunden hat. Und ich erinnere mich an die Tour 2000, in der sich Pantani noch einmal eindrucksvoll dagegen gewehrt hat, dass sein Stern verblasste, während der von Lance Armstrong weiter aufging. Da hat er mehr Mut gezeigt, als seine Form vielleicht gerechtfertigt hätte, zusätzlich angespornt von einem sprachlichen Missverständnis mit Armstrong am Ventoux, das seine italienische Leidenschaft noch auf der Etappe nach Morzine zum Kochen brachte, wo er für seine Wahnsinnsattacke schliesslich bezahlen musste. Aber sein Sieg in Courchevel nährte die Hoffnung auf ein Comeback. Leider kam es nicht dazu, er fand keine Ruhe mehr.

Mein Mensch sagte mir heute, dass er sein MercatoneUno-Trikot von damals auch schon lange nicht mehr getragen hat, das Bianchi-Rad ist längst verkauft. Haben auch wir Pantani ein bisschen zugunsten neuer Helden aufgegeben? Ich bin froh, dass Trikot und Kopftuch noch im Schrank sind und bin sicher, dass wir es zu Ehren dieses grossen kleinen Mannes tragen werden. Ihr Menschen glaubt doch, dass ihr im Himmel schwerelos auf einer Wolke schwebt - das wird Marco freuen, manchmal schien er schon hier unten schwerelos zu sein.



Radpanther trauert um Pantani - Machs gut, Marco!
:: Zum Gedenken
Mitterweile ist die deutschsprachige Über- setzung des Buches von John Wilcockson erschienen, das einen Einblick in Start, Verlauf und Ende von Pantanis Karriere erlaubt, erschienen bei Covadonga. Schildert seine Anfänge im örtlichen Radclub, seine Erfolge und Rückschläge, seine Triumphe. Und natürlich den tiefen Fall. Der Autor lässt den Leser mehr zwischen den Zeilen lesen, als dass er ihm seine Interpretation der Dinge aufzwingt.

Einen weiteren Tribut steuert Graham Watson mit einer Bilderserie bei: Marco Pantani Tribute.
Beim italienischen Sender RAI gibt es einige als stream ansehbare Dokumentationen über Pantani, natürlich in italienischer Sprache:
RaiClickTV.it zu Pantani
Zum Schluss gibt es nun auch eine Marco Pantani Stiftung.