:: Eine Schwester für den Butzelmann
Seit dem letzten Bericht ist wieder viel Zeit vergangen, die neue Saison 2008 hat schon wieder begonnen, der Butzelmann ist nun schon drei Jahre alt und unser Panther ein neues Hobby lieb gewonnen:
Der Radpanther wird das Kind schon schaukeln - und geht mit gutem Beispiel voran.
Wenn Ihr so lange nichts von uns gehört habt, dann gibt es aber einen speziellen Grund und der hat einen Namen: Thea! Seit letztem September sind unsere Menschen nämlich nun zu viert und das hat das gesamte Programm gehörig durcheinander gewirbelt. Der alte Bau der Menschen war damit zu klein geworden und es musste ein größerer her. Den haben Sie sich dann gekauft, mussten allerdings noch jede Menge Zeit in die Renovierung investieren. Und wie sich das aufs geliebte Hobby auswirkte, das erzählt Euch unser Panther....Übrigens: Die junge Dame lassen wir vorerst vom Radsport unbehelligt...und auch vom Radpanther.
:: Bericht vom Radpanther
Als ich an der Menschin die untrügliche Zeichen für weiteren Nachwuchs wahrnahm, da schwante mir schon einiges. Als der Mensch dann aber noch unter die Handwerker ging, um die neue Hütte auf Vordermann zu bringen, da brach die Radsportwelt vollends zusammen. Aber der Reihe nach...Zunächst mal war bis August alles in Butter. Der Mensch absolvierte seinen geliebten Marathon in Gevelsberg, diesmal im Alleingang, weil sein Kumpel zum Senioren-Wander-Urlaub in die Schweiz verreist war. Letzteres war wohl ein gröberer Organsiationsfehler, als wenn DER Termin der Saison nicht rechtzeitig bekannt gewesen wäre. Zwei Wochen später kam dann nun also das zweite Menschenjunge auf die Welt. Und ich kann Euch sagen, der Unterschied zwischen einem und zwei Sprösslingen ist ungefähr so wie zwischen Autobahnbrücke und Mortirolo! Die Kilometerzahl fiel ins Bodenlose, weil praktisch gleichzeitig noch die Arbeiten am neuen Bau begannen.
:: Die Form im Sinkflug
Es kam wie es kommen musste. Ende September wollte der Mensch bei der RTF in Unterbach zum Saisonabschluss nochmal einen raus hauen. Er legte mit seinen Mistreiter auch flott los, lebte aber mit der verbliebenen Restform über seinen Verhältnissen. Nach 50 Kilometern machten die Muskeln bei einem Ampelstopp zu. Und zwar so, dass es nur noch in Schleichfahrt nach Hause gehen konnte. Anfang Oktober war dann nochmal Zeit für eine RTF und dann war die Saison endgültig beendet. Das restliche Jahr kamen dann insgesamt noch 100(!) Km auf den Tacho.
:: Die neue Hütte
Dafür konnte noch im November die neue Bude bezogen werden. Und das hat auch ganz klare Vorteile: Endlich ist genügend Platz für den Fuhrpark und die Rad-Werkstatt! Und die heimliche Schleicherei durch den Gemeinschaftskeller zur Rolle hat ein Ende, wo immer die Gefahr bestand, dass irgendjemand den Menschen völlig verschwitzt vom Training kommen sieht und ihn einfach für bekloppt halten muss. Jetzt steht die Rolle samt DVD-Player und Fernseher im eigenen Kellerraum und kann jederzeit gefahrlos aufgesucht werden. Der neue Garten bietet auch Möglichkeiten zur alternativen Lagerung der Räder:

Scott im Apfelbaum, mindestens so gut wie eine Fettecke...
Mittlerweile hat sich die Situation beruhigt, da erstmal nur noch Kleinigkeiten gehandwerkert werden müssen. Längere Ausfahrten müssen jetzt aber noch besser geplant (oder sollte ich sagen "ausgehandelt") werden, weil die Menschin ja dann die Frischlinge allein unterhalten muss - und das ist ein verdammt hartes Geschäft. Gut, die Kleine ist sehr verträglich, solange sie immer rechtzeitig zu essen bekommt. Der Große ist aber ein Radaubruder wie er im Buche steht, und läßt keine Gelegenheit aus, Blödsinn zu veranstalten. Und er sucht dauernd jemanden zum Eisenbahnspielen, Bücher lesen, Malen, Versteckenspielen, Schaukeln (aha! ich finde das übrigens auch ganz lustig, siehe oben!) und was einem in dem Alter sonst noch einfällt. Vor allem Trecker! Nicht Campa, Syntace und Colnago lassen das Herz höher schlagen, sondern Fendt, Lanz und John Deere - ich sehe mich desöfteren mit einer ganzen Armada von diesen Fahrzeugen bedroht:

Diese kleinen Ungetüme finden sich praktisch im ganzen Haus verteilt - und wehe, einer hat mal den falschen Anhänger!
Glücklicherweise bieten die Spielzeughersteller auch pädagogisch wertvolle Produkte an:

Insgesamt ist diese Dauer-Bespaßung anstrengend hoch drei! Trotzdem besteht weiter Hoffnung, denn der kleine Sportskamerad bringt sich mit der allmorgendlichen Laufrad-Fahrt zum Kindergarten in Form und hat da bestimmt schon mehr Kilometer gesammelt als der Papa. Dabei legen wir auch schon den Grundstein für die Klassiker-Karriere:
Das gelbe Fixie ist allerdings nicht UCI tauglich, da es nur 4,95 Kilo auf die Waage bringt. Wir haben natürlich darauf geachtet, dass dem kleinen Sportsfreund auch gleich die weniger angenehmen Seiten des Radsports nahe gebracht werden und das Material eine entsprechende Pflege bekommen muss:

Erst ab GS2 muss man nicht mehr selber putzen.
Aber so lange der Gartenschlauch fröhlich vor sich hin plätschert, ist er mit Feuereifer bei der Sache. Auch ein Vorteil des Eigenheims: Nie mehr auf dem Balkon mit dem Eimerchen am Rad rumschrubbeln, sondern richtig zur Sache kommen. Nachdem das Laufrad die Balance ausreichend geschult hat und das Lenken in Fleisch und Blut übergegangen ist steht nun bald der nächste Schritt bevor, der Übergang zum Pedalieren. Da es allerdings gar nicht möglich war, das Dreirad an den kleinen Mann zu bringen, musste wieder eine sportpädagogische List her, bei der ich mich der bereits oben erwähnten Trecker-Leidenschaft bedient habe:

So wird das schon was mit dem runden Tritt!
:: Die Form vom Mensch
So - jetzt ist es Anfang Mai und der Mensch fährt wieder. Januar und Februar verliefen ganz normal, mickrige Kilometer draußen, dafür umso mehr auf der Rolle. Dennoch blieb dieses Jahr die Meldung für Rund um Köln aus, wie wir mittlerweile wissen, war das dann auch egal. Bitter wurde dann der März, das Wetter war bekannt übel, dazu fing sich der Mensch den neuesten Kindergarten-Virus ein und konnte fast drei Wochen lang gar nix reissen. Im April hat sich dann der neue Rhythmus allmählich eingespielt und am Wochenende war fast immer eine lange Ausfahrt drin. Im Mai kam dann die erste RTF (Rund um den Altenberger Dom) und da lief es eigentlich ganz rund und der Aufwärtstrend ist unverkennbar. Der Mensch hinkt zwar etwa 1000km hinter dem üblichen Pensum her, aber dann kommt der Form-Höhepunkt eben einfach einen Monat später. Was eh egal ist, wenn man gar keinen Wettkampf hat.