| :: Die Abraumhalde von Vollrath |
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Streng genommen verlassen wir nun unser angestammtes Revier, wir müssen nämlich den Rhein überqueren und uns dem Flachland im Dreieck zwischen Neuss, Grevenbroich und dem Kölner Norden zuwenden. Mein Mensch kommt da manchmal lang, wenn er nach der Arbeit den langen Weg heim fährt, vom linksrheinischen Teil Düsseldorfs über Neuss zur Brücke in Leverkusen. Sonst sind wir da eher selten. Von zu Hause erst nach Leverkusen ist ein ziemlicher Umweg, über die Brücken in Düsseldorf is es doof zu fahren. Eine brauchbare Alternative ist die Rheinfähre Urdenbach-Zons, mit der man die Ecke ziemlich geradlinig ansteuern kann. Und was soll man da?
Zur Vollrather Höhe fahren, die einige Radsportsfreunde, die dauerhaft unter dem linksrheinischen Bergentzug leiden müssen, zu ihrem Alpe d'Huez erkoren haben! In der Not frisst der Teufel eben Fliegen...
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| :: Der Ventoux von Grevenbroich |
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Wenn die Menschen im Winter frieren, buddeln sie Löcher in die Erde und fördern komisches brennbares Zeug zu Tage, mit dem sie ihren Bau heizen können. Beim Buddeln bleibt aber auch viel Dreck über, mit dem sie dann grosse Haufen aufschütten, die dann irgendwo verloren in der Landschaft rumstehen. Schlau wie sie sind, lassen sie Gras über die Sache wachsen, pflanzen ein paar Bäume dazu, stellen oben ein paar hübsche Windrädchen zur Dekoration auf und bauen Wege, um per Rad über den Hügel drüber fahren zu können. Und schon hat man in der ultraflachen Pampa ein Gebilde wie im Bild oben!
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| :: Die Herausforderung |
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Was zählt an einem beliebigen Hügel? Wer am schnellsten hochknallen kann, logisch!. Und wenn man nur einen Hügel hat, dann wird der eben zum Maß aller Kletterdinge. So kamen also einige Sportsfreunde auf die Idee, den Gipfel der Vollrather Höhe zum Ziel eines weiteren Bergzeitfahrens auszurufen. Dieser Ausruf erging im bekannten Forum des TourMagazins, Wortführer ist eine himmelblau gewandete Gruppe von Düsseldorfern Radsportlern, den Hoppern, die unter der Führung ihres Kapitäns, dem "Franzosen", seit geraumer Zeit die Strecken um Düsseldorf verunsichern (bezeichnender Weise werden die wohl von einer
ortsansässigen Brauerei gesponsored, Frankenstein oder so...). Zunächst wurde die 2400 m lange 4%-ige Auffahrt vom Dörfchen Allrath zum Wettkampf ausgeschrieben: |

Der klassische Weg auf die Halde mit Start am Ortsrand von Allrath. |
| :: Die virtuelle Rangliste |
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Ok, kein Vergleich zum echten Ventoux, aber am Anschlag gefahren kann man sich da auch die Lunge aus dem Leib knüppeln. Der Aufruf, sich der Herausforderung menschhaft zu stellen, traf auf ein grosses Echo, mittlerweile gibts eine ellenlange Liste von Sportsfreunden, die da an der Grenzen ihrer physischen und psychischen Belastbarkeit hochgeballert sind. Diese Liste wurde von Beginn an unter obigem Link aktualisiert und der begeisterten Öffentlichkeit zur Schau gestellt. Die ersten gefahrenen Zeiten lagen noch über 6 Minuten, mittlerweile ist längst die 5-Minuten-Marke gefallen und die Topzeiten sind im Moment: |
| Forums-Nickname | Zeit [Minuten] | | Judith Arndt | 03:02:00 | | inflagranti | 04:30:00 | | robelz | 04:38:00 | |
Die komplette Rangliste
(man beachte die Hinweise am Fuss der Tabelle.)
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Wer es mal selber probieren will, der findet am Start am Ortsrand von Allrath eine Startlinie vor, ebenso wie den Zielstrich oben am Parkplatz zwischen den Verkehrsschildern. Auf der Strecke sind dann etwa 95 Höhenmeter zu überwinden, wobei die tatsächliche Zahl der Höhenmeter noch diskutiert wird. Messungen mit dem Höhenmeter-Tacho (HAC4) ergeben immer so 96, 97 hm, topographische Karten 92 hm. Nehmen wir die goldene Mitte.
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Nach 2,4 km maximaler Power der ersehnte Zielstrich. |
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| :: Es darf verglichen werden |
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Den gemeinen Menschen interessiert ja nicht nur die gefahrene Zeit, sondern auch die Durchschnittsgeschwindigkeit und die getretene Leistung, absolut und gewichtsbezogen, haben wir ja alles schon im Physik-Teil erklärt. Und mit einem abgespeckten Wattrechner kann das jeder ausrechnen:
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Die Daten in die Rangliste aufnehmen
So, dann könnt' ihr euch eure Leistung schönrechnen wie ihr wollt - am Ende zählt aber doch nur, wer als erster oben war, egal ob mit 350 oder 500 Watt!
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| :: Offizielle Zeitnahme |
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Ins Internet kann natürlich jeder was reinschreiben, Rennradler sind was ihre Leistungen betrifft zwar stets ausgesprochen ehrlich (höhö), aber man will ja auch mal mit eigenen Augen sehen, was die anderen so können. Also muss man sich vor Ort treffen und mal nacheinander da hochbrettern, so richtig mit ordentlicher Zeitnahme. Fand letztens auch mal statt, allerding war ausser den Sportsfreunden von Hopper Cycling nur mein Mensch angereist - auch egal, so blieb dann mehr Bier übrig, das nach der Ertüchtigung gereicht wurde. Und siehe da: es gibt wirklich schnelle Jungs, da purzelten die Bestzeiten!
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Die Uhr läuft: der "Franzose" stemmt sich in die Pedalen. Dritter von links, der Tagessieger "Rosen", 4:47 min. |
| :: Alternative Strecken |
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Neben der Standard-Auffahrt von Allrath wurden natürlich auch noch andere Strecken ausbaldowert, zum einen der fast 4 km lange Aufstieg vom Kraftwerk aus oder die Strecke von der Rückseite aus, der sogennannten "dunklen Seite". Not macht eben erfinderisch.
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Der längere Weg von der gegenüberliegenden Seite führt einmal quer übers Hochplateau. |
:: Panthermeinung |
| Wenn man mal schön flach gegen den Wind vor sich hinrollen will, dann lohnt der Abstecher über den Rhein. Und wen der Hafer juckt, der kann es an dem Hügel ja mal krachen lassen. War ja mit meinem Mensch jetzt auch dreimal da - tja, richtig weit nach vorne kommt er in der Liste nicht. Das erste mal im Frühjahr gerade unter 6 Minuten, den persönlichen Rekord zuletzt bei 5:35. Er sagt ja, das Ding ist einfach nicht steil genug für echte Kletterer, die 4% können die Kraftmeier über die Strecke zu leicht wegdrücken. Ist wohl was wahres dran, in der Liste sind nicht gerade die Leichtgewichte vorne, da werden ordentliche Wattzahlen gestemmt. Wenn jetzt bald wieder die Rollensaison beginnt, dann lass ich ihn über den Winter immer wieder 2,5 km auf maximaler Leistung treten. Und wenns dann nicht besser wird, dann müssen wir eben doch weiter auf den Blecher setzen! Oder auf die Kletterpartie am Sender oder noch schlimmer, den Knüppelberg ... |
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