:: La Palma 2004
Kurz vor Ende der Radsaison 2004 sind wir nochmal spontan für eine Woche in die Sonne geflüchtet, auf die kleine Kanaren-Insel La Palma...wusste gar nicht wo die liegt und wie es da aussieht, nach ein paar abgesurften Internet-Seiten war aber klar: Da kann man auch ein paar schöne Touren fahren (wenn man gern bergauf fährt!)...
:: Die Insel
Auf dem Satellitenbild kann man schon alles erkennen, worauf es bei La Palma ankommt. Da ist zunächst mal die Caldera de Taburiente, ein mit den Jahrtausenden erodierter Vulkankrater, der sich auf einer Höhe von über 2000m über den Nordteil der Insel erstreckt.
Von fast allen Seiten kann man Gipfel der Bergkette erklettern und dann in den Kessel hineinsehen, wirklich spektakulär und der Stolz der Canarios. Höchster Berg ist der Roque de los Muchachos mit 2426m. Von der Caldera gen Süden erstrecken sich zwei weitere Bergrücken vulkanischen Ursprungs, die Cumbre Nueva und Cumbre Vieja, auch noch mit Gipfeln hart an der 2000er-Grenze. Ganz im Süden findet man dann die Vulkane San Antonio und Teneguia, wobei letzterer erst 1971 das letzte Mal aktiv war. Man erkennt auch auf dem Bild die typische Wetterlage mit Wolken, die von Osten heranziehen, am Gebirge hängen bleiben und auf der Ostseite der Insel für grünere und üppigere Vegetation sorgen, während der Westen trockener ist. Die Wolken hängen so zwischen 800 und 1200m an den Bergen, sodass man beim Klettern häufiger mal im Nebel fährt. Das kann allerdings sehr angenehm sein, da selbst im späten September noch sehr sommerliche Temperaturen herrschen, die dann in der Höhe oder unter den Wolken auf angenehme 20° fallen. Der Flughafen befindet sich südlich von der Haupstadt Santa Cruz, untergebracht waren wir in Puerto Naos auf der gegenüberliegenden Seite, sodass wir erstmal im Taxi die Insel durchqueren mussten. Puerto Naos selber ist eher verschlafen, kein Halligalli, ein grosses Hotel (übrigens dieselbe Kette wie unser Hotel auf Mallorca, da fühlt man sich gleich heimisch), etwas Strand und Promenade, ein paar Läden und fertig. Allerdings war gleich klar: Wenn man dort unten am Meer los fährt, muss man erstmal auf den ersten 10km 600 Höhenmeter absolvieren, bevor man auf die Hauptstrasse kommt, die rings um die Insel führt.
:: Strecken
Zunächst gibts für La Palma einen ausgezeichneten Radführer, nämlich der Bike Guide La Palma von Uwe Kahlfuss. Darin sind zwanzig ausgewählte Strecken im Detail beschrieben, mit Karten, Fotos, Profilen und Einstufung nach Schwierigkeitsgraden und Strassenbelag. Sehr empfehlenswert!
Wir haben uns natürlich die Asphaltstrecken rausgesucht, obwohl die Insel für echte Mountainbiker ein wahres Paradies ist, aber wir können ja nur Strasse...Vor Ort haben wir uns bei der Bike Station La Palma dann ein möglichst strassentaugliches ATB ausgeliehen. Damit haben wir dann drei Touren absolviert. Geplant war natürlich der Angriff auf den Roque de los Muchachos, der jedoch erst nach einer Aufwärmrunde begonnen werden sollte.
:: Tour 1 - Umrundung des Südens 101 km 2050 hm
Da der Mensch ja morgens nie aus der Pofe kommt, gehts erst in der Mittagszeit los. Die ersten Serpentinen hinauf nach Todoque vorbei an den Bananenfeldern werden noch fröhlich genommen, nach 5 Kilometern gehen die teilweise kerzengeraden Strassen durch die schattenlose schwarze Lavawüste aber schon an die Substanz.

Lange Gerade nach Las Manchas, 6% Steigung...
Nach fast einer Stunde ist dann Las Manchas passiert und es geht auf der Ringstrasse leicht bergauf vorbei an Jedey nach Fuencaliente (Los Canarios). Hier oben ists schon wesentlich kühler und man kommt schon in den leicht diesigen Bereich der Wolken. Nach Umrundung der Südspitze wirds direkt etwas kühl und neblig, so wie man es von der Ostseite der Insel auch erwartet hat. Bei leichtem Gefälle gehts Richtung Mazo. Verfahren kann man sich so gut wie nicht, es herrscht kaum Verkehr und die Sache macht richtig Spass. Am Abzweig nach San Isidro wird nochmal die Karte konsultiert, jetzt kommt ein 13 km langer Anstieg von gut 1000 Höhenmetern hinauf zum Refugio Pilar auf 1450m, also vergleichbar mit Alpe d'Huez. 50km sind jetzt zurückgelegt und in den ersten Kehren in noch bewohntem Gebiet fühlen sich die Beine vom Mensch wohl schon etwas teigig an. Mit der Zeit wird die Strasse durch die üppige Vegetation immer einsamer, ab und an kommt ein Auto vorbei.

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