| :: Mallorca 2004 |
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Ich war dieses Jahr (2004) zum ersten Mal auf Mallorca, hab mich bei den Menschen ins Gepäck eingeschmuggelt, musste aber das Rad zu Hause lassen
Die haben ganz schön blöd geglotzt, als ich plötzlich aus dem Koffer gesprungen bin. Mein Rad hatte ich nicht dabei, die Menschen auch nicht,
die wollten sich was vor Ort leihen - na toll, wollte ich auch, aber Pustekuchen, nix in meiner Grösse da! Auch egal, bin ich halt wieder
als Passagier mitgefahren oder hab mal einen Tag am Strand eingelegt.
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| :: Das Basislager |
| Wir gingen also bei Philipps Bike Team vor Anker, mein Mensch war da schon mal. Am Flughafen wurden wir gleich in den Bus eingeladen, einige andere Gäste stiegen auch mit ein. Gleich hinter uns sass eine talentierte Laberbacke, die Gott und die Welt erstmal über die Historie der Insel aufklären musste, von wegen, Spanien war mal holländisch, deswegen auch die vielen Windmühlen und wie schön doch die Kathedrale da sei und und und.
Als er dann aber noch über Radsport an sich zu dozieren begann, wäre ich ja fast aus dem Rucksack gesprungen, von wegen, Armstrong hat Pantani am Ventoux gar nicht gewinnen lassen, oh je, was fürn Schwätzer! Na immerhin war das Wetter schön und unser Hotelzimmer frisch renoviert und mit Blick aufs Meer, obwohl das ja mehr die Menschen interessierte. |
 Blick vom Balkon |
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Der Ort Magalluf ist eine eigentlich wenig ansehnliche Touri-Burg, die im Sommer von Engländern heim gesucht wird, zur frühen Jahreszeit aber noch weitgehend verlassen vor sich hindöst.
Die anderen Hotelgäste waren also andere Radsportsfreunde oder überwinternde Senioren von der britischen Insel (am besten fand ich die schottische Volkstanzgruppe, in der allabendlich im Quilt gewandete Gentlemen eine flotte Sohle aus Parkett legten. Die eigene 3-Mann-Combo hatten sie dazu mitgebracht, dazu einen Conferencier, der in feinstem britschen Ton und mit mathematischer Exaktheit die zu tanzenden Figuren vorgab. Lustige Sorte Menschen! Hihi, bei meiner geringen Körpergrösse war es auch ein leichtes, den gewissen Blick zu riskieren und das Geheimnis zu lüften - hab aber versprochen, nichts zu verraten...).
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 Mal sehen, wo es hin geht... |
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Andere Panthers waren nicht da, auch gut. Mit dem Zimmer hatten wir Glück, war frisch renoviert und mit Blick aufs Meer - und ganz oben! Dann haben die Menschen beim Bumi ihre Räder abgeholt, die Menschin entging knapp einer Campa-Schaltung, während der Mensch wieder mit der einzige war, der mit Zweifach-Kurbel protzen musste.
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| :: Die Gruppe |
| Meine Menschen haben sich in eine gemässigte Gruppe einsortiert, die so genannten "Roller". Der Mensch meinte,
wenn man zwei Wochen Trainingslager machen will, dann sollte man es lieber langsam angehen lassen, sonst klappt man nach der ersten Woche
erstmal zusammen. Toller Vorsatz, nutzt aber wenig, wenn man jeden Berg wie ein Doller attackiert. Aber dazu später mehr...
Nachdem Frau Mensch erstmal ihr Radbrille zerbrochen hatte und dann doch noch auf den von zu Hause mitgebrachten Sattel umgestiegen war, konnte
es dann losgehen.
Die Gruppe war ein bunt zusammengewürfelter Haufen von 30-50jährigen Sportsfreunden, zu dem Zeitpunkt sogar noch mit zwei Frauen, von denen sich
eine aber später in eine langsamere Gruppe zurückzog. Und so ging es am Sonntag erstmal gemütlichen Tempos Richtung Paguera, über Calvia, Es'
Capdella und Andratx. Grundregel: bis auf längere Anstiege bleibt die Gruppe zusammen, am Berg darf dann jeder sein Tempo fahren, oben trifft
man sich dann wieder.
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 Sicher, immer rein die Torte! |
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Das spektakulärste an dieser ersten 65km-Runde war die Kuchenschlacht in Paguera. Typisch die Menschen, Hauptsache erstmal
in der Sonne sitzen, Kaffee trinken und sich den Bauch mit Kuchen vollschlagen (wobei sich mein Mensch den Kuchen mehr auf die Hose geklatscht
hat, so ein Tölpel). Und das nennt sich dann "Trainingslager"! Wenigstens wurde es am nächsten Tag etwas sportlicher...
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| :: Orient 108 km, 1240 hm |
| Die zweite Etappe führte nach Bunyola und von dort nach Orient. Auf dem Weg nach Bunyola wurde wieder gemütlich gerollt und vor Ort erstmal wieder ein Päuschen eingelegt. Als dann die Fahrt den Pass hinauf frei gegeben wurde, ging das Geknüppel aber los. Mein Mensch konnte es sich nicht verkneifen, unten als letzter loszufahren und dann die Gruppe von hinten aufzurollen, von wegen "es langsam angehen lassen". Einen hat er aber dann doch nicht mehr eingeholt, obwohl ich ihn nochmal ordentlich angefeuert habe. Da kam nämlich plötzlich eine Zwischenabfahrt und Abfahren kann er ja nun mal gar nicht. Auf die Abfahrt nach Alaro ging es dann wieder geschlossen. Unten angekommen lockte ein sonniger Marktplatz zur nächsten Pause, bevor es dann auf den Heimweg ging. |

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Als letzte Schwierigkeit lauerte dann noch das sogenannte "Hauspässchen" zwischen Establiments und Calvia. Das hatte der Mensch schon angekündigt,
hier geht meistens nochmal die Post ab, weil den Jungs so hurz vorm Ziel nochmal die Kletterwade juckt. Zufälligerweise trafen wir hier auf den Bus-Schwätzer und seinen Kumpel, die eine eigene Runde gefahren waren und sich direkt in die Tempoverschärfung am Fusse des Berges einmischten.
Einer nochmaligen Tempoerhöhung von Jürgen aus Heidelberg konnten sie dann aber nicht folgen, während dann nochmal mein Mensch zulegte
und als letzten dann Martin aus Hamburg abhängen konnte. Das war dann wohl auch der Auftakt zum andauernden Bergzeitfahren an den kommenden Tagen! Fand das eigentlich immer ganz lustig, auch wenns meinen Menschen immer ganz schön Körner gekostet hat. Schlauerweise hielt sich Frau Mensch aus diesen Spielchen erstmal raus, trat konsequent ihren Rhythmus weiter und kam auch noch deutlich vor einigen der anderen Sportsfreunde oben an. Naja, Spass muss sein! Ausserdem ergab sich aus diesen kleinen Wettkämpfen auch das soziale Gefüge der nächsten Tage (sprich: wer mit wem abends an der
Bar rumhängt und tolle Geschichten austauscht oder sich beim Essen über Gott und die Welt unterhält). |
| :: Küstenritt 89 km, 1460 hm |
| Es wurde schon kühler, jedenfalls blieb die kurze Hose erstmal zu Hause. Eine erstes Kräftemessen erfolgt kurz hinter Esporles hinauf nach La Granya. In Banyabulfar ist natürlich erstmal wieder Mittagspause, bevor es hinauf zum Coll des Pie und später zum Coll de sa Gremola geht.
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| Hier hab ich meinen Mensch nochmal richtig nach vorne gepeitscht und er fuhr auch einen schönen Vorsprung heraus, den er über die Abfahrt zum Kreisverkehr nach Andratx mitnehmen konnte. Dort durfte er dann frierend warten, bis die Gruppe wieder vollzählig versammelt war. Theo, der Gentleman aus Stuttgart, musste hier leider dem hohen Tempo Tribut zollen und ging erstmal im warmen Cafe vor Anker. Das Finale findet dann auf dem kleinen Pass zwischen Andratx und Es'Capdella statt, bevor auf dem üblichen Weg heimwärts gerollt wird.
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Das Feld kommt zur Bergwertung. |
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| | :: Ruhetag |
| Es wird tatsächlich fast ein Ruhetag eingeschoben, zum Lockern der Beine gibts nur einen kurzen Ausflug nach Ebby-Land, dem Anwesen von Box-Promoter Ebby Thust. Ansonsten ist Schonung für den donnerstäglichen Marathon angesagt, der in unserer Gruppe allerdings auf 130km begrenzt ist. Trotz des verhältnismässig mageren Kalorienverbrauchs findet am Abend in Erwartung des nächsten Tages die übliche Fressorgie statt. |
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| :: Königsetappe 130 km, 2130 hm |
| Der Puig Major ist wegen des widrigen Wetters heuer nicht befahrbar, die gefahrene Strecke bietet aber auch eine Reihe von Kletterpartien. Das Peleton wird noch durch Fahrer aus anderen Gruppen aufgestockt, auffälligster dabei ist Papa auf dem Trek-Rad mit neuer DuraAce 10fach-Gruppe, der seinen Pinarello-fahrenden Sohn am Berg locker abhängt. Noch dazu geht das Gerücht, er sei ja eigentlich Läufer und fährt nur selten.
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| Jedenfalls zeigte der schon am Galilea, dass er Steigungen lieber von vorne fährt und mein Mensch glaubt da noch, dass Vatti so früh zuviele Körner lassen wird und später bezahlen muss. Denkste! Auch den folgenden Anstieg fahren die beiden Seite an Seite und auch die Bergankunft am benebelten Pass Richtung La Granya gestalten sie gemeinsam. Das Feld fährt dann geschlossen über Deia immer wellig an der Küste entlang und dann hinab nach Soller. Hier bahnt sich nun der Höhepunkt des Tages an, der Sollerpass. Und auch hier das gleiche Bild, die beiden verschärfen das Tempo und fahren einen stetig wachsenden Vorsprung heraus. Dabei bemerken sie aber nicht, dass ein weiter Gruppenneuzugang einen Konter fährt und eiskalt ausnutzt, sich bislang nicht an den Bergduellen beteiligt zu haben und noch über eine Menge frischer Körner zu verfügen. Er geht vorbei und holt sich den Bergpreis.
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Die singenden Verfolger in der letzten Kehre des Soller. |
| Die Hamburger Jungs und meine Menschin gehen die Sache jedenfalls wesentlich gelassener an und nehmen den Berg ein lustiges Liedchen singend. Oben am Pass wird dann erstmal die verschwitzte Wäsche gewechselt und die übliche Mittagspause eingelegt, bevor es dann die Abfahrt hinunter geht.
Zurück geht es über Esporles und Establiments wieder zum Hauspass, wo das Finale ausgefahren wird. Vorne attackiert zuerst wieder der Bergpreisträger vom Soller, dahinter wieder mein Mensch mit seinem ständigen Begleiter. Und endlich klappt es: ein paar Kurven vor dem Gipfel lässt Vatti endlich abreissen...wahrscheinlich hat sich bei ihm einfach die Vernunft durchgesetzt, dieses Geballere nicht länger fortzusetzen. Tja, die letzten Kilometer sind ein Kinderspiel. |
| :: Tour d'Honeur 68 km, 970 hm |
| Heute geht es über Paguera nach St.Elm und es geht locker zu. Der Himmel sieht recht bedrohlich aus, die Regenjacken bleiben aber unbenutzt. Nach Kaffee und Kuchen mit Meeresblick gehts dann über Andratx zurück, wo die üblichen Verdächtigen ein letztes Rennen am Berg hinlegen ... |

Und wieder wird ordentlich gefuttert. |
| :: Die zweite Woche |
| Die Menschen machen erstmal eine richtige Pause und besuchen Palma. Boah, langweilig, bin lieber Strassenköter erschrecken gegangen, gibts da ja genug. Und am Abend höre ich es schon: ein erstes Hüsteln beim Mensch!
War nur eine Frage der Zeit, weil es doch noch ziemlich kühl war und fast alle Menschen irgendeine Erkältung mit sich rumgeschleppt haben. Dennoch gehts am folgenden Tag mit einer neuen Gruppe wieder auf Tour und es läuft noch alles normal. Sind spassige Figuren dabei, grantelige Opas, die nun überhaupt keinen Berg hochkommen, sich vom Gruppenführer schieben lassen müssen, alles auf Rückenschmerzen zurück führen und sich völlig falsch eingeschätzt haben. Die schliessen sich am kommenden Tag auch einer anderen Gruppe an. Am Abend heisst es dann Abschied nehmen von Thorsten, Martin und Jürgen, den Mitstreitern der vergangenen Tage, die aber auch bei den HEW-Cyclassics antreten wollen und dann gibts ein Wiedersehen! |
| :: Schwarzer Montag |
| Des Menschen Erkältung ist schlimmer geworden, ab er fährt trotzdem weiter, der Doof.
Dazu ist es wirklich nasskalt, unterwegs mit Schneeregen. 120 relativ flache km stehen auf dem Programm. Nach 60 km steht er kurz vor der Aufgabe, ausgekühlt und schlapp. Die Menschin versucht ihn zu überzeugen, sich einfach abholen zu lassen und im Hotel in die Wanne zu steigen, aber nein, er will weiter. Ein bisschen Sonne muntert ihn wieder auf, und dann geht er auch noch von Santa Maria bis zum Hauspass an die Gruppenspitze, weils ja angeblich wieder geht. Von wegen, am Hauspass wird er keuchend abgehängt, ist praktisch am Ende, keine Körner mehr! |
| :: Die Quittung |
| Tja, von wegen "es langsam angehen lassen", von jetzt an heisst es, das Bettchen hüten, während die Menschin alleine weiter Kilometer sammelt, die Gruppe am Berg beherrscht und sich gehörigen Respekt verdient.
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Die Menschin in der Attacke. |
| Abends darf sie dann erzählen und trösten, Mann, war der Typ verschleimt, Nase, Bronchien, auch in den Augen, gehört hat er schlecht und bekam auch noch Flecken am Bauch. Und bloss nicht zum Arzt gehen! Hab ja auch schon die dollsten Katzenschnupfen gehabt, aber das konnte man ja gar nicht mitansehen! Wenigstens kam dann irgendwann auch mal wieder die Sonne raus, und wir haben uns am Strand erholt. Die Leute waren aber nett zum Mensch, hatten richtig Mitleid... |

Soll ja auch Urlaub sein. |
| :: Tage der Erholung |
Inhalationen und Ruhe helfen, am letzten Tag der Reise ist sogar eine kleine Abschiedsrunde drin, logisch, zum Ende vom Urlaub wird das Wetter wieder besser. Bin auch nochmal mit raus.

Luftiges Plätzchen hier oben... |
| Tja, und dann gings auch schon wieder heim, mit bestens trainierter Menschin (mit deutlich mehr Kilometern in den Beinen als der kranke Mensch) und dem immer noch angeschlagenen Mensch (war zu Hause auch noch 2 Tage krank geschrieben und erst nach 14 Tagen wieder richtig fit). Also, übertreibts nicht, wenn ihr früh im Jahr ins Trainingslager geht! Habt Euch schnell überfordert, ohne dass Ihr es gleich merkt und dann verliert Ihr mehr Form als Ihr gewinnt. Ich habs mir jedenfalls gemerkt, lieber mal einen Gang rausnehmen, reinhalten kann man immer noch! |
| :: Panthermeinung |
Mallorca ist schon ein tolles Pflaster fürs Rennrad, nicht so harte Steigungen wie auf Gran Canaria.
Aber aufs Wetter aufpassen! Im Frühling kann es da noch ziemlich frisch sein, also auf komplette Bekleidung achten. Und gönnt Euch zwischendurch auch mal etwas Ruhe, immer nur knüppeln geht auf Dauer nicht!

Hm, was seh ich denn da leckeres in der Landschaft... |
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