| :: Rund um Koeln 2007 - Die Unvollendete |
Die Überschrift sagt es schon - die Sache lief dieses Jahr nicht ganz so wie geplant, aber der Reihe nach...Im Winter erzählte mir der Mensch, dass er sich mal die 60 Kilometer-Strecke vornehmen wolle. Denn in den ersten beiden Versuchen über die volle Distanz war in Bergisch-Gladbach Sand eigentlich immer schon der Akku leer. Es ist nun mal erst April und die Form hält sich noch in Grenzen. Da reicht der Streckenabschnitt hoch nach Wermelskirchen, immer stetig und wellig bergauf und mit viel zu hohem Tempo gebolzt, um die spärlichen Körner aus den Beinen zu hauen. Danach setzt die Beisserei ein. Ok, dieses Mal also anders. Und dazu machte die Wetterprognose Hoffnung darauf, diesmal in kurz fahren zu können und nicht im Winter-Outfit. Und die Hoffnung wurde erfüllt. Morgens in Leverkusen war es zwar noch reichlich frisch, aber man kann sich ja warm fahren. Und das Schlechtwetterrad konnte auch zu Hause bleiben. Danach plazierten wir uns im dritten Startblock und harrten des Startschusses. Dann ging das Gedränge los ...
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| :: Von Leverkusen nach Odenthal |
| Aus dem dritten Block heraus heisst es selbst für den Mensch: Überholen, Überholen, Überholen! Auf der kurzen 60-km-Strecke gibt es auf den ersten Kilometern auch keine Schwierigkeiten und noch vor dem Odenthaler-Kreisel werden die ersten dreistelligen Startnummern gesichtet. Hm...man darf sich hier schon mal fragen, wie jemand in den ersten Startblock kommt, dem man (= auch keine Granate) auf vielleicht 10-15 Kilometern 5 Minuten abnimmt, dazu die üblichen ATBs, MTBs und Tandems. Kritikpunkt: Zwar hat der Veranstalter bei der Anmeldung Vorleistungen abgefragt, die Startaufstellung aber offenbar doch nur nach dem Anmeldzeitpunkt festgelegt. Schade, das nervt nicht nur, es ist auch gefährlich, weil das dauernde Überholen viel Unruhe ins Feld bringt. Ist sicher unmöglich, alle Leutchen richtig hinzusortieren, aber wenn man schon mal einen Anhalt hat, dann soll man ihn auch nutzen. Und das Tandems, MTBs und Puky-Räder nach hinten gehören, sollte mittlerweile allen Veranstaltern klar sein.
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Mein Mensch im Anstieg nach Scheuren. |
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| :: Hoch nach Bechen |
| Bald folgt die erste Schwierigkeit, der Anstieg nach Scheuren. Auf dem Weg dorthin fällt ein Fahrzeug der Organisation auf, das sich minutenlang im Feld tummelt, ohne irgendwie voran zu kommen, Und so steht es dann auch im Anstieg schön im Weg herum, versperrt eine Spur und verursacht noch mehr Stau, als ohnehin schon vorhanden ist. Der Mensch umkurvt die Karre schimpfend, um sich kurz danach über den Materialwagen zu freuen, der auch mitten auf der Strecke steht. Kritikpunkt: Autos gehören so sparsam wie möglich auf die Strecke und sollen nicht noch zusätzlich gefährden und behindern.
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| :: Sand und Schloss Bensberg |
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Hinter den Wellen hoch nach Bechen nimmt das Tempo schlagartig zu, es folgen einige Kilometer mit stetigem Gefälle. Es bleibt aber praktisch reiner Einzelkampf, ab und zu mal zu einer anderen Gruppe hüpfen, von anderen überholt werden, wieder ein neues Hinterrad suchen und immer so weiter. Jedenfalls kündigt sich bald die Bergwertung in Bergisch-Gladbach Sand an, an der wir in den vergangenen Jahren immer kurz vor dem Krampf standen. Diesmal läufts aber wie geschmiert, ebenso der Kopfsteinpflaster-Anstieg am Bensberger Schloss. Zum Glück müssen wir nicht wie anno 2006 schieben.
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| :: Höllentour gen Köln |
| Jetzt beginnt aber wieder das Geballer Richtung Köln.
Es formieren sich wilde Gruppen, die im leichten Gefälle mit Tempo 55
durch den Wald rauschen, eine ganz heisse Nummer! Da geht einem schon die Muffe, dass etwas schief geht. Sobald die Stadt beginnt kommen Verkehrsinseln und Engpässe als Gefahrenherde hinzu und an einem Kreisel passiert das erste Malheur: Ein paar Leute legen sich ab, der Mennsch kann mit ein paar anderen gerade noch ausweichen und aussen um den Kreisel herum. Nochmal Glück gehabt... |
| :: Vorderrad küsst Kettenblatt |
| Der Mensch fühlt sich ganz gut und ergreift nochmal die Initiative, vielleicht noch 10 Kilometer, da kann man nochmal ein paar Plätze gut machen. Aber Pustekuchen, in einer leichten Rechtskurve gehen wieder drei Mann zu Boden, der Mensch bremst, kann selber einen Sturz vermeiden und rutscht in den Trümmerhaufen. Nochmal gut gegangen? Aber ein kurzer Griff ans Vorderrad vertreibt alle Illusionen: Platt! Mantel an einem Kettenblatt aufgerissen - aus die Maus!
Noch während der Mensch die Strasse räumt, können die anderen alle weiterfahren, das Ganze etwa 5 Kilometer vor dem Ziel. Tja, was tun? Jeder der mal ein Jedermann-Rennen gefahren ist hat sich wohl schon gefragt, wie man in so einer Situation reagiert. Ein Ersatzrad ist natürlich nicht zur Hand, und Schlauchwechsel dauert jetzt länger als die Restfahrt ins Ziel. Nein, keinen Bock mehr, keine Hetze, wir schenken ab. Lieber gar kein Ergebnis in der Liste, als allen vorjammern "Ja, aber eigentlich wäre ich ja 10 Minuten schneller gewesen". Beim Pumpen bricht dann noch die Ventilverlängerung ab, so dass wir mit einer Hand voll Luft im Reifen eh nur noch langsam zum Parkplatz rollen können. Wenigstens sind Knochen und Rad heil geblieben. Hochgerechnet wären wir wohl mit 1 Stunde 42 Minuten ins Ziel gekommen, das wäre ok gewesen. |
:: Panthermeinung |
| Bittere Pille, aber so etwas muss man wohl auch mal mitgemacht haben. Dabei begann es mit tollem Osterwetter so vielversprechend. Jedenfalls hat der Mensch ganz schön Frust geschoben. Dazu haben wir noch ewig gebraucht, um vom Parkplatz wegzukommen. Die hatten nämlich nur eine Ausfahrt aufgemacht, zu der sich dann hunderte Sportsfreunde hinquälen mussten, ging teilweise nicht vor und zurück und die Temperamente gingen teilweise etwas hoch (im Auto neigen ja auch die radfahrenden Menschen dazu uncool zu sein). |
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