| :: Die Rolle |
Eine meiner Lieblingsszenen in Pulp Fiction ist die mit "Hinkebein"
im Folterkeller von Zed und Kumpel. Was hat das mit Radsport zu tun? So einen Keller hat mein Mensch auch, einen Folterkeller mit der
sogenannten Rolle, reichlich dekoriert mit Radsport-Bildern.
Da quält er sich zwar nicht mit komischen "Ball-im-Mund"-Geschirr herum, sondern mit Wirbelstrombremse, Pulsmesser
und Wattanzeige. Einfach das Hinterrad seines uralten und allerersten Stahlrosses in die Vorrichtung gespannt, Stecker rein
und los! Ich hab ein paar Mal heimlich zugesehen, was er da so treibt und ich muss sagen: bekloppt!!.
Es fängt harmlos an, er fährt sich warm. 80 Umdrehungen, vielleicht 150 Watt Leistung, Puls 120-130.
Dann das Signal: Er fängt an zu schwitzen. Dann gehts los, jetzt wird an allen Parametern gedreht: Frequenz hoch, Frequenz runter,
Wattzahl hoch, Wattzahl runter, den Puls hochprügeln und wieder runterlassen, einen Sprint einschieben, 10 Minuten Wiegetritt
bei hohem Widerstand, dann wieder ausruhen, gleich nochmal hochdrehen, dann maximaler Widerstand und ganz langsam auf Kraft kurbeln
undsoweiter undsofort...Er nennt das systematisches Training -
für mich ist das eher blindes Geknüppel. Ich hätte mit Regenjacke zusehen sollen, was da an Wasser aus ihm raussprudelt ist
unglaublich, der Keller steht förmlich unter Wasser. Er gleicht das mit der Trinkflasche
aus.
Neuerdings macht er auch Stufentests, ab 100 Watt alle 2 Minuten 20 Watt zulegen bis er platzt.
Damit er sich nicht langweilt hat er früher Musik gehört, gute Beats, die die Beine fliegen lassen. Jetzt hat er sich noch
einen kleinen Fernseher ins Regal gestellt und zieht sich selbstgebrannte Tour-de-France-DVD's rein. Am liebsten fährt er hinter
Lance nach Alpe D'Huez hoch, Etappe von 2001, den Angermann-Kommentar kennt er schon auswendig. Wenn Rubiera aus dem Sattel geht, dann zieht der
Irre auch mit, hihi, und das bei etwa der halben Leistung...
Nach 30-60 Minuten klettert er dann vom Rad und wringt glücklich sein Trikot aus, pfui-bah!
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| :: Sinnvoller Rolleneinsatz |
| Der grosse Vorteil des Rollenergometers besteht darin, die Trainingsparamter Herzfrequenz, Trittfrequenz und Wattzahl
jederzeit kontrollieren zu können und nicht von Wind- und Geländeumgebungen abhängig zu sein. 200 Watt sind 200 Watt, 135 Pulsschläge sind 135
Pulsschläge, eine Konstanz dieser Werte erreicht man draussen nicht. |
Steuerzentrale des Tacx-Flow |
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Man kann genau nachmessen, dass Wiegetritt bei gleicher
Tretfrequenz den Kreislauf deutlich höher belastet als das Fahren im Sitzen. Oder man testet aus, wie sich eine Änderung der Tretfrequenz bei
gleicher Leistung auf den Puls auswirkt, alles sehr lehrreich. Verlockend ist auch die Möglichkeit, mit einem Watt-Stufentest in regelmässigen
Abständen das eigene Leistungsvermögen überprüfen zu können und dann hoffentlich eine motivierende Entwicklung feststellen zu können. |
Sieht z.B. dann so aus (20 Watt pro Stufe, 5 Minuten pro Stufe) |
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