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Danach begutachtete ich das bereits vormontierte Platinum-Pro Innenlager, das perfekt zur bereit liegenden FSA Pro Elite Compact Kurbel passen sollte. Compact-Kurbeln (diese in der Abstufung 50/34) erlauben dem Hobby-Radsportler im Rahmen seines eingeschränkten physischen Möglichkeiten das gesamte Gangspektrum auszunutzen und ersparen ihm die Verwendung der oft verpönten Dreifachkurbel. Die Monteure des freundlichen ebay-Händlers hatten ganze Arbeit geleistet und so war die Montage der optisch sehr gut harmonierenden Kurbel das reinste Kinderspiel. Ebenso einfach war die Verwendung des Time-eigenen Quickset-Steuersatze: Mit wenigen Handgriffen war das Spiel des Steuerlagers optimal eingestellt. Die weiteren Komponenten waren schnell montiert, zunächst Bremsen, Umwerfer und Schaltbremshebel aus Shimanos Topgruppe DuraAce. Puristen werden einwenden, dass der grazilen französischen Schönheit die Leidenschaft einer italienischen Record-Gruppe besser steht als die als die eher nüchterne Gruppe aus Japan. Diese Nüchternheit steht aber auch für Funktionalität auf allerhöchstem Niveau und auch diese ist für ungetrübten Fahrspass unersetzlich.
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Schaltkomfort in Vollendung.
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Als Sattel wurde der bewährte SLR von Selle Italia gewählt, der mit seiner schlanken Silhouette gleichermassen zu Rahmen und Hinterteil des Testers passt. Mehr der Not gehorchend wurde Tao-Flaschenhalter montiert, die zwar über jeden funktionalen Zweifel erhaben sind, optisch aber durch elegantere Modelle im Carbon-Design zu ersetzen wären. Kontrovers wird sicherlich die Wahl der Laufräder beurteilt werden. Der aggressive Look von Mavics Ksyriums scheint nicht ganz zur schlichten Eleganz des Time-Rahmens zu passen, die Alternative wäre aber gewesen, den Rahmen optisch mit Cosmic Carbon Laufrädern zu erschlagen, hier sicherlich zuviel des Guten. An dieser Stelle lohnt es sich durchaus, zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal in den Geldbeutel zu greifen. Um den leichtfüssigen Charakter des Time zu betonen, wurden die bewährten Ultremo-Mäntel von Schwalbe montiert, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe und die mit exzellenter Nasshaftung beeindrucken. Aber auch auf trockenen Grund bringt sie nichts aus der Ruhe. Noch kontroverser wird sicherlich das Thema Monolink-Vorbau betrachtet werden. Mein Urteil ist hier aber eindeutig: Dieser Vorbau ist einfach ein Muss am Time-Rahmen. Während der Regentage hatte ich genügend Gelegenheit, diverse Alternativen zu testen, keine kam aber nur annähernd an den Monolink-Vorbau heran. Er fügt sich einfach perfekt ins Gesamtbild ein.
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Markenzeichen eines jeden Time-Rades - der Monolink-Vorbau.
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Abgeschlossen wurde der Aufbau mit einem Deda Newton-Lenker und schwarzem Easton-Lenkerband. Sicherlich wirkt am Time die Kombination von weissem Lenkerband und weissem Sattel besonders elegant, widerspricht aber meinen Erfahrungen in punkto Alltagstauglichkeit.
Auch wenn es stilsicher gewesen wäre, original TIME-Pedale zu
verwenden, habe ich meine geliebten Keo-Pedale von Look montiert.
Ehrlich gesagt wäre es mir auch zu mühseelig, alle Schuhe auf andere Cleats umzurüsten.
Das Gesamtgewicht des fahrbereiten Rades betrug mit diesen Pedalen
dann 7,36 kg. Das reicht zwar noch nicht für die Leichtbau-Liga,
wenn man aber bedenkt, welches Einspar-Potential allein der mit 1600 g
alles andere als leichte Ksyrium-Laufradsatz bietet, dann wird schnell
klar, dass mit alternativem Standardmaterial schnell die 7 kg-Grenze
durchbrochen werden könnte.
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Das feine Gewebe.
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| :: Die Jungfernfahrt |
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In den folgenden Tagen spannte mich das
schlechte Wetter auf die Folter, denn die Jungfernfahrt sollte
natürlich unter optimalen Bedingungen stattfinden, damit der
Gesamteindruck nicht von Regen, Matsch und Wind getrübt würde. Dann
war es endlich soweit: Strahlender Sonnenschein lockte uns hinaus ins
Bergische Land, wo eine abwechslungsreiche Strecke Stärken und
Schwächen des TIME offenbaren sollte. Schon beim Tragen des Rades
beeindruckte das schlanke Oberrohr, das ganz anders in der Hand liegt,
als das voluminöse Oberrohr des zuletzt von mir gefahren Scott S1.
Auch der erste Antritt verlief vielversprechend, das TIME beschleunigt
sehr agil und auch die Lenkung reagiert schonungslos direkt. Eine
erste Bewährungsprobe bestand in einer äusserst holprigen Wegstrecke
mit schlechtem Belag, auf dem das stocksteife Scott-Rad zuvor gnadenlos
jeden Stoss an seinen Fahrer weitergegeben hatte.
Das TIME ersparte mir hier den Tanz auf dem Sattel, wenn ich jemals so
etwas wie Komfort auf einem Rennrad gespürt habe, dann hier!
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| :: Steif oder komfortabel? |
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Diese Eigenschaft warf natürlich sofort die Frage auf, ob nicht nur
die Stösse angenehm im Rahmen verpuffen sondern auch die exorbitante
Pedal-Power des Fahrers? Trotz allen Profi-Materials wurde mir aber
schnell wieder bewusst, dass unsere gemeinsame Performance dann doch
weit mehr von der eher geringen physischen Leistungsfähigkeit des
Fahrers begrenzt wird denn von der Steifigkeit des Rahmens. Ich
persönlich halte die oft leidenschaftlich geführte Diskussion für und
wider die absolute Steifigkeit für übertrieben, was mir als
62-kg-Leichtgewicht aber auch leicht fallen mag.
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Steuerzentrale.
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Am Berg spielt das
TIME dann seine Leichtfüssigkeit spürbar aus, es war eine wahre
Freude, den Rahmen im Wiegetritt rhythmisch hin und her pendeln zu
lassen. Auch die Gabel erwies sich dabei als absolut zuverlässig,
trotz sehr aggressiv eingestellter Bremsen gab es keinerlei
Bremsschleifen. Auch bergab war vom oft zitierten Flattern des
TIME-Rahmens nichts zu spüren, wobei meine zurückhaltende Fahrweise
das Rad aber auch nicht ans Limit führte, obwohl dies die leicht
rollenden Ultremos auch in den Kurven jederzeit erlaubt hätten. Auf
einer längeren Flachpassage nahm ich mir dann die Zeit, die Geometrie
des TIME auszuloten.
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Nicht die leichteste Stütze, aber schön.
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Als relativ kleingewachsener Fahrer fahre ich für
gewöhnlich mit nur geringer Überhöhung und sitze daher weniger gebückt
als gestreckt auf dem Rad. Die gewählte Rahmenhöhe von 53 weist wegen
des leichten Slopings des Rahmens eine effektive Oberrohrlänge von 54
cm auf, die sich bequem aber auch hinreichend sportlich fahren lässt.
Bei tiefem Griff in den Newton-Lenker stellt sich sofort das gewohnte
Renngefühl ein und es macht Spass, den Fahrtwind dergestalt mit
gesenktem Haupt zu durchschneiden. Fazit: Die erste Probefahrt machte
Lust auf mehr, auch auf die angedeuteten vorwiegend optischen
Aufwertungen. Sicherlich macht auch das TIME aus dem
Hobby-Pumpenfahrer keinen König der Landstrasse. Aber er kommt sich
damit ein gutes Stück mehr so vor. Und in Zeiten wie diesen ist alles
willkommen, was dem radsportlichen Lustgewinn förderlich ist. Don't be
short of TIME. |
:: Kommentar vom Radpanther
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Wohl zuviel Procycling gelesen, was? Übrigens hat der Mensch vor der ersten Ausfahrt die Sattelstütze wohl etwas lasch geklemmt, die ist ihm nämlich unterwegs 2 cm reingerutscht, nachdem er das korrigiert hatte, war der Fahrspass gleich nochmal so gross!
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